Mit den Da Capo Chor- und Orchester-Musikwochen bietet sich zwei Mal im Jahr die Möglichkeit der musikalischen Zusammenarbeit von allen zehn Schulen der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). 100 musikbegeisterte junge Leute und Lehrkräfte aus acht Gymnasien nutzten Anfang Februar dieses von der Schulstiftung der EKiR unterstützte Angebot, um Chor- und Orchstermusik aus vier Jahrhunderten bis zur Konzertreife einzustudieren.
Mit großer Begeisterung lauschte das Publikum der Konzerte in Meisenheim und Hilden den Ergebnissen der intensiven Musikwoche. „Überwältigend!“ oder: „Ein wundervolles Erlebnis, das einem Tränen der Rührung in die Augen treibt“ – So zitierte der „Oeffentliche Anzeiger“ Stimmen von Konzertbesuchern in der Meisenheimer Schlosskirche. Sie konnten den Chor in einem 16-Punkte-Programm unter anderem mit Liedern wie „Also hat Gott die Welt geliebt“ von Heinrich Schütz und „Momentary“ von Olafur Arnalds, oder das Orchester mit „Danse Villageoise“ von Emmanuel Chabrier und „Highlights aus Harry Potter“ von John Williams sowie den Chor und das Orchester zusammen bei „Come Find His Rest von Dan Forrest“ erleben. Die Zuhörerinnen und Zuhörer belohnten die Leistung der rund 100 Akteure mit stehendem Applaus.
Gemeinschaftliche Arbeit am Konzertprogramm
Unter der Leitung von Urs Wörner (Victoriaschule Aachen), Christiane Koban-Müller (Amos-Comenius-Gymnasium Bonn), Julian Franke (Paul-Schneider-Gymnasium Meisenheim), Imke Frobeen und Martin Chistgen (Bodelschwingh-Gymnasium Herchen) sowie Felix Wagner (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Hilden) hatten die jungen Leute zuvor über mehrere Tage hinweg in der Jugendherberge Cochem auf anspruchsvolle Werke unterschiedlicher Stilrichtungen in Genre-typischen Ensembles gesungen, musiziert und getanzt.
„Im Vordergrund steht im Sinne unseres evangelischen Profils das gemeinschaftliche Erarbeiten und Gestalten eines Konzertprogrammes“, erläutert Imke Frobeen. „In den fünf Probentagen mit Tutti- und Stimmproben, individuellem Üben und kammermusikalischen Einzelprojekten brachten sich die jungen Musiker und Pädagogen engagiert und diszipliniert ein“, berichtet sie auf der Website des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen. Mit berechtigtem Stolz präsentierten sie anschließend in Konzerten in der Schlosskirche Meisenheim und der Erlöserkirche Hilden das Ergebnis. In diesem Jahr gründete sich zudem das Nachwuchs-Ensemble „Rising Strings“ und gab sein Debut sogar mit zwei Uraufführungen.
Alle Schulen profitieren von Da Capo
Ein Angebot, von dem alle Schulen profitieren, ist Da Capo in den Augen von Julian Franke. „Voraussetzung für eine Teilnahme an der Da-Capo-Musikwoche ist die regelmäßige Mitwirkung in den schuleigenen Ensembles“, betont er. So wirke die schulische musikalische Arbeit in Da Capo hinein. „Die äußerst wertvollen musikalischen und sozialen Erfahrungen von Da Capo tragen die Jugendlichen dann aber auch wieder zurück in die Schulen, die Ensembles und sogar in den Musikunterricht selbst.“ Sie profitierten von ihren Erlebnissen, wirkten als Multiplikatoren und als musikalische Botschafter für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.
Stimmen von Teilnehmenden
„Die Möglichkeit zu bekommen, auf so hohem Niveau mit so jungem Alter Musik machen zu dürfen ist wirklich ein Geschenk, vor allem da man ausschließlich Menschen trifft, die den gleichen Spaß an der Musik haben und dafür auch bereit sind zu investieren…Das Ergebnis ist nicht nur ein fantastisches und atemberaubendes Konzert, sondern das neue Entdecken von Musik und zuletzt auch sich selbst.“ (Chormitglied, Stufe 11)
„Die Woche war meist fordernd, vor allem durch die langen Proben, aber dazu unglaublich bereichernd. Neben der musikalischen Entwicklung habe ich viele neue Menschen kennengelernt. Die beiden Abschlusskonzerte waren dann das Resultat unserer harten Arbeit. Es war auch diesmal ein unvergessliches Erlebnis mit Gänsehaut-Momenten.” (Chormitglied, Stufe 11)
„Die langen Proben waren anfangs sehr anstrengend. Was richtig cool war, dass man eine entspannte Stimmung hatte! …Ich habe mich gewundert, auf welchem Niveau man da spielt. Und bei dem Konzert hieß es nur noch: Spaß haben, Gänsehaut und es einfach genießen!“ (Orchestermitglied, Stufe 8)
Marion Unger
Quellen: Homepage des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen, Oeffentlicher Anzeiger vom 14. Februar 2026.
Alle Fotos: Imke Frobeen
