Lernen am Wohlfühlort

Das Selbstlernzentrum am Paul-Schneider-Gymnasium

Noch fehlen ein paar Kleinigkeiten wie etwa eine interaktive Tafel oder Sitzkissen auf den Bänken entlang der Wände, aber das neue Selbstlernzentrum im Paul-Schneider-Gymnasium (PSG) ist eröffnet und wird eifrig genutzt. Es sind zwei großzügige und helle Räume, in denen das Lernen allein oder in Gemeinschaft offensichtlich Spaß macht. Die frühere Bibliothek hat sich in wenigen Wochen zum beliebtesten Raum der Schule entwickelt.

„Es ist ein Wohlfühlort mit einem modernen Bibliothekskonzept, das sämtliche Medien einschließt“, beschreibt Schulleiterin Karin Hofmann die neue Einrichtung. „Es lädt ein zum Lesen, zum Lernen – gemeinsam oder allein – , zum Ausleihen von Büchern und.“ Begeisterte Kommentare von Schülerinnen und Schülern, die bei ihr ankommen zeigen: „Sie sind einfach gerne dort.“

Die Schulstiftung der EKiR hat die Transformation der Schulbibliothek in ein modernes Selbstlern- und Kommunikationszentrum mit erheblichen Mitteln unterstützt. 100.000 Euro kamen aus der Schulrücklage des PSG, 25.000 Euro aus der Freien Rücklage. Insgesamt ist das Projekt mit Kosten von mehr als 221.500 Euro veranschlagt. Dazu steuert das Land Rheinland-Pfalz 75.000 Euro aus Mitteln der Ganztagsschule bei, etwas über 17.000 Euro gibt die Stiftung Paul-Schneider-Gymnasium dazu und 5.000 Euro die Vereinigung der Freunde, Förderer und Ehemaligen. Schließlich sind 7.500 Euro aus dem Digitalpakt ein weiterer Posten im Budget.

Auch alte „Schätzchen“ haben in der Mediathek noch ihren Platz.

Foto: Sebastian Goerner

 

Eine warme und einladende Atmosphäre

„Mega cool“, lautet die Antwort einer Schülerin auf die Frage, wie sie das neue Selbstlernzentrum finde. Die Atmosphäre in den Räumen ist jedoch alles andere als kühl. Ein ausgeklügeltes Licht- und Farbkonzept mit indirekter Beleuchtung an den Regalen sowie an der Decke und pastellige Farben an den Wänden schaffen eine Umgebung, in der man sich vom ersten Augenblick an wohlfühlen kann. Vor allem die jüngeren Jugendlichen genießen eine Neuerung: Die Unterstufenbibliothek, früher im Keller angesiedelt, ist nun Teil des Selbstlernzentrums, das sie auch in den Pausen nutzen dürfen.

Barbara Bickelmann, Bibliothekarin und technische Assistentin, bezeichnet den Eingangsraum als „Vergnügungsteil“ des Zentrums. Hier lädt ein rundes Sofa zum Schmökern ein und an den Wänden entlang sind Bänke installiert, sodass sich der Eindruck eines Atriums ergibt. Es ist für Lesungen oder Buchvorstellungen für ganze Klassen eingerichtet. Ein großer Flachbildschirm soll hier noch Platz finden und visuelle Kulturangebote ermöglichen.

Nach dem Eindruck von Barbara Bickelmann hat sich die Zahl der ausgeliehenen Medien in dem neuen Kommunikationszentrum verdoppelt. Ehe es so weit war, dass aus zwei Bibliotheken eine moderne Mediathek entstand, musste der alte Buchbestand gründlich durchforstet, nicht mehr benötigte Bücher aussortiert werden. Der Arbeitskreis aus Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, der Schulleitung und der Bibliothekarin zur Vorbereitung des neues Konzepts stellte fest, dass 90 Prozent der Bücher nicht mehr genutzt wurden. „Kostbare Bücher stehen jetzt in unserer ‚Schatzkammer‘“, berichtet Karin Hofmann.

Die am meisten ausgeliehene Literatur sind Wörterbücher. Das liegt auch daran, dass Lehrerinnen und Lehrer den jungen Leuten heute erst einmal beibringen müssen, wie man sie benutzt. Sie gewöhnen sich allzu leicht an die schnell und leicht zugänglichen Übersetzungsprogramme auf ihren Handys. Die aber sind bei Klassenarbeiten oder gar in den Abiturprüfungen nicht erlaubt.

Ein rundes Sofa lädt zum Schmökern ein.

Foto: Marion Unger

 

Integration in den Ganztagsbetrieb

Die Arbeitsgemeinschaften „Bücherclub“ und „Freizeit individuelles Lesen“, Angebote des Ganztagsbetriebs, der am PSG seit dem Schuljahr 2024/25 läuft, finden sich hier zusammen. So ist das Selbstlernzentrum auch ein Rückzugsort im ganztägigen Schulbetrieb und insgesamt ein echter Mehrwert. Davon profitieren die Jugendlichen in besonderer Weise, denn als Schule im ländlichen Raum besuchen vor allem Fahrschülerinnen und -schüler das PSG. Daher ist kaum verwunderlich, dass die Elternvertretungen mit sehr großer Mehrheit dem Antrag für das Projekt zugestimmt haben.

Marion Unger